Familientradition seit 1438 – wir sind das älteste familiengeführte Weingut im Rheingau
Der Beginn unserer Familien-Saga
Unsere Familiengeschichte lässt sich bis in das 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Alles begann in der Weinbaugemeinde Hattenheim. Im Güterverzeichnis des Klosters Tiefenthal von 1356 wird Schöffe Herrmann Schumann — ein Vorfahre unserer Familie — erstmals urkundlich erwähnt. Das Dokument liegt heute im Archiv der Hattenheimer Pfarrei. Hermann Schumann zahlte an das Kloster Tiefenthal Abgaben von einem Besitz von 3 Morgen.
Unsere ersten Weinberge
Niclas Schumann lebte im Jahr 1438 mit seiner Frau Catarina in Hattenheim. Mit ihm und nur drei Jahre nach der ersten offiziellen Erwähnung des Rieslings im Rheingau 1435 begann unsere einzigartige Weindynastie, denn er war der erste Schumann, der Weinbau betrieb. Sein Haus und seine Scheuer lagen mitten in Hattenheim — angrenzend an den heutigen Kirchenvorplatz. Für die Erträge seiner Weinberge in den Lagen Langenacker und Bitz musste er zusammen 8 Gulden und 11 Heller an Abgaben zahlen.
Unser Familiensitz
Um das Jahr 1500 herum entstand der ehemalige Hauptsitz unserer Familie in Hattenheim. Das Haus ist heute als Hotel Kronenschlößchen bekannt. Unsere Vorfahren veräußerten das Haus im Jahr 1860. Um die Jahrhundertwende erwarb die Familie Ress das Gebäude, sanierte es und nutzte es erstmals als Hotel.
Der erste Aufschwung
In der Zeit vom 14. – 16. Jahrhundert erlebten unsere Vorfahren einen ungeheuren Aufschwung. Während dieser Zeit bekleideten sie die wichtigsten öffentlichen Ämter. Als Oberschultheißen waren sie beispielsweise die Herren der öffentlichen Gerichte und Verwaltungen. Sie heirateten die Töchter angesehener Familien und entwickelten Beziehungen zu hohen fürstlichen Beamten. Damals bildeten sich auch die sechs Stammlinien unserer Familie. Mit Niclas Schumann begann die Hattenheimer Linie, die bis heute in der 26. Generation besteht.
Dekan Schumann: Der Hattenheimer Wohltäter
Einer unserer Vorfahren hat sich in Hattenheim besonders verdient gemacht: Dekan Johann Valentin Schumann. Um 1740 hat er mit seinem Privatvermögen den Neubau der Margarethenkapelle veranlasst. Aus diesem Grund gibt es in Hattenheim auch die Dekan-Schumann-Straße.
Schumantown
Interessant ist auch die Geschichte von Heinrich Schumann. Er wanderte Mitte des 18. Jahrhunderts nach Amerika aus und gründete in der Nähe von St. Antonio den Ort Schumantown. Hierhin verschlug es viele deutsche Auswanderer. Bis heute wird in der Region viel deutsch gesprochen.
Die jüngere Geschichte
Infolge der beiden Weltkriege blieb vom einstigen Besitz unserer Familie leider nur wenig übrig. Carl Adolf Schumann (geb. 10.6.1888) war aber ein Macher. Er hatte sich vorgenommen, einen Teil des Wohlstandes wiederzuerlangen, über den seine Vorfahren einst verfügten. Seine Gattin Bernhardine geb. Nägler unterstützte ihn bei diesem ehrgeizigen Vorhaben. Carl Adolf Schumann arbeitete viele Jahre als Kellermeister der Firma Deinhard & Co. in Koblenz sowie als Geschäftsführer in London, bevor er 1916 in den Rheingau zurückkehrte. Dort verlagerte er das Hattenheimer Weingut nach Geisenheim in die Wiesenstraße und übernahm zudem das Weingut Nägler von seinen Schwiegereltern.
Schumann-Nägler — eine erfolgreiche Fusion
Seit dem Jahre 1919 trägt das Weingut nun den Doppelnamen Schumann-Nägler. 1940 zog Carl Adolf Schumann das Weingut an die Winkeler Straße um. Gestartet war er mit nur 2,75 ha Land. Diese Fläche hatte er bis 1950 bereits verdoppelt. In Gedenken an unseren Vorfahren Dekan Johann Valentin Schumann stiftete er damals das schmuckvolle Fenster oberhalb des Haupteingangs zur Hattenheimer Pfarrkirche.
Karl Philipp Simon Schumann — der einstige Senior
Mit Karl Philipp Simon Schumann übernahm der bis 2019 aktive Senior das Weingut und führte es bis 1967 zusammen mit seinem Bruder Fritz Jakob Schumann. In diesem Jahr teilten beide das Weingut auf, und Karl errichtete das neue Gebäude in der Nothgottestraße, den heutigen Sitz des Weinguts. Das Gelände lag schon damals mitten in den Weinbergen und bot großes Potenzial zur Erweiterung, welches Karl zu nutzen und entwickeln wusste.
Die 24. Generation übernimmt das Steuer
Seit 1987 führte Fred Schumann das Weingut und prägte es über Jahrzehnte hinweg maßgeblich. Sein Bestreben war und ist es, das Weingut international bekannt zu machen und nachhaltig erfolgreich weiterzuentwickeln. Mit Erfolg: Bereits in den 80er Jahren wurde Schumann-Nägler Wein sogar im Weißen Haus verkostet — vom damaligen Präsidenten Ronald Reagan höchstpersönlich. Das New Yorker Waldorf Astoria schenkte die Weine ebenso aus wie die Deutsche Botschaft in Den Haag. Sogar auf der Weltausstellung in Japan durfte das Rheingauer Aushängeschild nicht fehlen.
Mit dem Beginn des Generationswechsels im Jahr 2018 übernahm Fred Schumann die Rolle des Seniors und übergab die operative Leitung an die nächste Generation. Seither führen Philipp Simon und David Christopher Schumann das Familienweingut und schreiben die lange Tradition mit neuen Impulsen fort.
Die jungen Wilden übernehmen das Erbe
Seit 2003 ist mit David und Philipp Schumann auch die 25. Generation im Weingut aktiv. Was damals als Einstieg begann, ist heute gelebte Verantwortung für das Familienerbe.
Mit der Übernahme der operativen Leitung 2018 hat die nächste Generation die Geschichte des Weinguts weitergeschrieben – mit eigenen Ideen, klarer Haltung und dem Anspruch, Herkunft neu zu interpretieren, ohne sie zu verlieren.
Heute bewirtschaftet das Weingut rund 40 Hektar in den besten Lagen von Geisenheim, Winkel, Oestrich, Kiedrich und Hattenheim. Jede Gemarkung prägt die Weine auf ihre eigene Weise und formt gemeinsam die Handschrift von Schumann-Nägler.















